Ihr Traum vom
eigenen Wintergarten

Wintergärten: So finden Sie die richtige Finanzierung

Sie bringen Licht und Natur ins Haus, sorgen für Erholung und einen zusätzlichen Rückzugsort. Wintergärten werden heute immer mehr zu Wohngärten. Ein „grünes Wohnzimmer“ zur Entspannung, davon träumen viele Eigenheimbesitzer. Bei Kosten, die je nach verwendeten Materialien schnell bei 2.000 Euro pro Quadratmeter Wintergarten liegen, geht dies in der Regel jedoch nicht ohne eine gute und bestenfalls günstige Finanzierung. Doch welche Darlehensform ist für den Bau eines Wintergartens die richtige?

Wer einen Kalt- oder Wohnwintergarten plant, sollte sich ausreichend Zeit nehmen, um die passende Darlehensform zu finden. Diese ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Wie hoch ist der Anteil des Eigenkapitals?
  • Wie sieht die jetzige und die zukünftige Einkommenssituation aus?
  • Wie ist die familiäre Situation des Kreditnehmers?
  • Wie viele Kinder leben mit im Haushalt?
  • Welche Sparanlagen, Investments und Versicherungen bestehen bereits?

Bausparvertrag

Hierbei handelt es sich um einen Sparvertrag, der mit einer Bausparkasse abgeschlossen wird. Der Staat subventioniert diesen, so dass Bauherren dadurch finanzielle Vorteile erhalten. Der Bauherr vereinbart mit dem Kreditinstitut eine Bausparsumme; diese wird in kleinen monatlichen Raten angespart.

Einer der Vorteile, gerade in Zeiten von hohen bzw. steigenden Zinsen: Die Höhe der Zinsen steht für einen langen Zeitraum fest. Es gibt außerdem verschiedenen Möglichkeiten der staatlichen Förderung bei Bausparverträgen. Ein weitere Vorteil der Bausparverträge besteht darin, dass Eigenkapital bei dieser Form der Finanzierung nicht zwingend erforderlich ist.

Doch Vorsicht: Bauherren müssen bei Bausparverträgen die doch recht lange Ansparphase einkalkulieren. Der Vorteil der feststehenden Zinsen fällt bei der aktuellen vorherrschenden Niedrigzinsphase kaum ins Gewicht.

Bankdarlehen - große Flexibilität

Die sogenannten Annuitätendarlehen, die Bauherren bei Banken erhalten, werden in monatlichen Raten bezahlt. Diese Raten setzen sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen. Der anfängliche Tilgungsanteil ist gering und der Zinsanteil dementsprechend groß. Der Tilgungsanteil sinkt zunächst langsam; durch den Zinseszins-Effekt dann immer schneller.

Bei Annuitätendarlehen ist der Zinssatz variabel. Dies bedeutet, dass sich dieser je nach Marktsituation schnell positiv, aber auch negativ für den Bauherren entwickeln kann. Es existiert also eine gewisse Unsicherheit. Derzeit ist der ZInssatz jedoch so gering, dass man ihn als festen Zinssatz ansehen kann, da er fast nicht mehr optimiert werden kann.

Desweiteren beginnt bei diesen Darlehen die eigentliche Tilgungszeit sehr spät. Unvorhersehbare Veränderungen werden in diesem Kredit nicht miteingerechnet. So werden zunächst hauptsächlich Zinsen abgezahlt; erst später folgt der Tilgungsanteil.

Darlehen und Versicherung in Kombination

Bei dieser Form der Finanzierung werden zunächst nur die Zinsen in monatlichen Raten abbezahlt. Die Tilgungsschuld bleibt zunächst bestehen und wird erst nach der Laufzeit beglichen. In der Regel erfolgt dies dann in Kombination mit einer Lebens- oder Rentenversicherung.

Solch eine Finanzierung bedeutet für die Bauherren ein großes Risiko: Zum einen stellen die variablen Zinsen einen Unsicherheitsfaktor dar; zum anderen die späte Tilgung des Kredites. Lebensversicherungen rechnen sich heute aufgrund der meist geringen Rendite kaum noch.

Modernisierungskredite beim Umbau einer Bestandsimmobilie

Der Wintergartenbau bedeutet für die Immobilie eine enorme Aufwertung. Gleichzeitig wird der Energieverbrauch des Hauses durch solch einen Anbau gesenkt. Denn es ist inzwischen nachgewiesen, dass die Nutzung des Glashauseffekts einen positiven Einfluss auf die Energiebilanz hat.

Somit erfüllt auch der Umbau eines Hauses mit der Erweiterung um einen Wintergarten die Voraussetzungen, um einen Modernisierungskredit beantragen zu können. Diese werden immer dann vergeben, wenn die Immobilie durch den Anbau eine deutliche Aufwertung erfährt und die Substanz gleichzeitig energetisch, nachhaltig und umfassend modernisiert wird.

Bauherren haben bei Modernisierungskrediten zur Finanzierung eines Wintergartens zwei große Vorteile. Erstens beginnt bei dieser Art der Finanzierung die Tilgung erst sehr spät. Und zweitens können Kreditnehmer die Kosten aufgrund eines sehr niedrigen Zinssatzes reduzieren.

KfW-Finanzierung nur unter Einhaltung enger Vorgaben

Unter ganz bestimmten Voraussetzungen und Vorgaben lässt sich auch ein KfW-Darlehen für den Bau eines Wintergartens nutzen. Der Zinssatz sowie die übrigen Kosten bei solch einem Kredit sind sehr gering. Sie bieten auch den Vorteil, dass diese teilweise zusätzlich steuerlich absetzbar sind.

Achtung!

Fördermittel der KfW-Bank müssen immer VOR Beginn der eigentlichen Arbeiten beantragt werden. Andernfalls besteht keine Chance, diese Kredite oder Zuschüsse zu nutzen.

Ob eine Finanzierung eines Wintergartens über ein KfW-Darlehen möglich ist, muss jedoch im Einzelfall geprüft werden.

Das Darlehen KfW 153 kommt für Sie beim Bau oder Kauf eines KfW-Effizienzhauses in Frage und wird dann gewährt, wenn dieses höchstens 70 Prozent an Primärenergie im Vergleich zu einem normalen Neubau verbraucht. Sind diese Vorgaben erfüllt, lässt sich bei einem Neubau ohne Probleme ein Wohn- oder auch Kaltwintergarten einbeziehen.

Bei einer nachträglichen Erweiterung des Wohnraums mittels eines Wintergartens ist die Finanzierung durch die KfW-Bank jedoch nicht so einfach.

  • Handelt es sich um einen „altersgerechten Umbau“ so ist dieser Bau über KfW 159 oder KfW 455 förderfähig. KfW 159 ist ein zinsgünstiger Kredit in Höhe von maximal 50.000 Euro.
  • Dagegen zahlt die KfW-Bank im Rahmen von KfW 455 einen Zuschuss bis maximal 5.000 Euro je Wohneinheit.

Gerade Mehrfamilienhäuser haben daher bei einem altersgerechten Umbau gute Chancen, Fördermittel aus dem Topf der KfW-Bank zu bekommen.

Und auch wer seinen bereits bestehenden Wintergarten erneuern möchte, kann hierfür die KfW-Bank nutzen. Dies ist beispielsweise dann möglich, wenn im Rahmen einer energetischen Sanierung auch der Wintergarten eine neue Verglasung erhalten soll.

Im Beratungsgespräch die richtigen Fragen stellen

Eine passende und günstige Finanzierung zu finden, ist kein Kinderspiel. Ein schneller Kreditvergleich übers Internet alleine wird sicher nicht alle Aspekte eines Wintergartenbaus einbeziehen können. Gleichzeitig hängt die passende Finanzierung von vielen persönlichen Faktoren wie der Einkommenssituation ab.

Im Beratungsgespräch mit Banken und möglichen Kreditgebern sollten Sie sich daher die Vor- und Nachteile einer kurzen bzw. langen Zinsbindung genau erläutern lassen.

  • Klären Sie ab, welche Form der Zinsbindung für Sie am besten geeignet ist.
  • Welche Tilgungsart wählen Sie und wie hoch sollte diese sein?
  • Auch die Frage nach einer Möglichkeit für Sondertilgungen gilt es zu klären.

Diese Details haben Einfluss darauf, welche Finanzierungsform für Sie als Bauherren am besten geeignet ist, um sich den Traum vom eigenen Wintergarten zu erfüllen.

Bauantrag nicht vergessen!

Ein Wintergarten bedeutet immer auch eine bauliche Veränderung. Daher müssen Eigenheimbesitzer eine Baugenehmigung für solch einen Anbau beantragen. Stellt der Wintergarten außerdem eine Verbindung zum bisherigen Wohnraum dar, so ist dieser auch genehmigungspflichtig.

Baurecht ist in Deutschland Ländersache. Bundesländer haben Landesbauordnungen erlassen, die auch rechtliche Grundlage bei der Genehmigung eines Wintergartens sind. Die Bestimmungen sind je nach Bundesland sehr unterschiedlich. In einigen Ländern gibt es die Genehmigungsfreistellung durch das Bauamt (nach Einreichung der Unterlagen), in anderen unter bestimmten Bedingungen auch nur eine Bauanzeigepflicht.

Welche Bedingungen beim Bauantrag für einen Wintergarten beim örtlichen Bauamt zu erfüllen sind, darüber sollten Sie sich ebenfalls vorab informieren.