Ihr Traum vom
eigenen Wintergarten

Baugenehmigung

Wie bekomme ich die Baugenehmigung? Was muss ich bei der Planung beachten und an welche Stellen kann ich mich wenden? Hilfreiche Hinweise finden Sie hier.

Baugenehmigung

Vor dem Bau des eigenen Wintergartens muss unbedingt eine Baugenehmigung eingeholt werden. Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, genehmigungspflichtig ist jedoch grundsätzlich jede Art von Anbau. Unter Umständen kann der Bau gänzlich untersagt sein, es ist daher wichtig, sich um Vorfeld beim zuständigen Bauamt zu informieren.

Tipp: „Papierkram“

Wenn Sie einen Architekten beauftragen, übernimmt er auch den Großteil der bürokratischen Vorbereitung für Sie.

Die Vorbereitung

Das örtliche Bauamt ist verpflichtet, Ihnen kostenlos Auskunft zu erteilen. Bringen Sie zu einem solchen Beratungstermin am besten alle Unterlagen mit, die Sie bereits haben: Vom Grundriss des Hauses bis hin zum Wintergarten-Prospekt. So können Lücken in der Planung schon im Vorfeld entdeckt und vermieden werden. Wird ausreichender Abstand zur Grundstückgrenze eingehalten? Sind alle Aspekte zur Isolierung bedacht worden? Wenn alle Fragen geklärt sind, kann es mit der Antragsstellung weiter gehen. Es ist definitiv leichter, Fehler in der Planungsphase nachzubessern, als nach dem Bau.

Sinnvoll ist es auch mit den Nachbarn zu sprechen. Zum Beispiel bei Grenzbebauungen sind Sie auf ihr Wohlwollen abgewiesen. Und sollte der Nachbar die Pflanzung hochwachsender Bäume planen, die irgendwann in der Zukunft Schatten auf Ihren neuen Wintergarten werfen, ist es besser dies im Vorfeld zu wissen und eine einvernehmliche Lösung zu finden, als später unnötigen Ärger zu riskieren.

Wichtig!

Erst wenn die schriftliche Genehmigung der Baubehörde vorliegt, darf mit den Baumaßnahmen begonnen werden.

Der Antrag

Die Antragsunterlagen erhalten Sie beim zuständigen Bauamt. Die ausgefüllten Papiere müssen zusammen mit Lageplan und Skizzen über den geplanten Wintergarten eingereicht werden. Einige Bauämter schreiben weitere Unterlagen vor. Beim Bauantrag selbst ist der Wärmeschutznachweis und evtl. ein Nachweis zum Brand- und Schallschutz mit vorzulegen und darüber hinaus ein Standsicherheitsnachweis beizufügen. Dieses Dokument zur Statik des Gebäudes berücksichtigt beispielsweise die im Winter zu erwartende Schneelast des Bauortes. Doch wie erwähnt hängen die Bestimmungen vom jeweiligen Bundesland ab - in einzelnen Ländern ist unter bestimmten Umständen sogar eine Genehmigungsfreistellung möglich (Übernahme der vollen Verantwortung für die Einhaltung aller Baunormen durch den Bauherren). Hierzu warnt Baurecht NRW: „Ich kann nur jedem Laien dringend davon abraten, die Verantwortung für die Einhaltung des Baurechts, insbesondere des § 6 BauO selbst übernehmen zu wollen. (...) Wer baurechtskonform bauen will, dem kann man nur dringend empfehlen, sich fachkundigen Rat einzuholen.“

Um die Komplexität am Beispiel NRW zu verdeutlichen: Während Terrassenüberdachungen bis 30qm und einer Tiefe von 3m genehmigungsfrei sind, wird für Wohnwintergärten neben der obligatorischen Baugenehmigung seit 2009 auch die Beachtung der Energiesparverordnung vorausgesetzt. Für beide Bauvorhaben allerdings gelten generelle Grundregeln, die beachtet werden müssen: Etwa, dass der Bau bzw. die Bedachung nicht näher als 3 m zum Nachbargrundstück errichtet werden darf. Zudem gilt es den Bebauungsplan zu beachten, nachdem nur ein bestimmter Teil der Grundstücksfläche überbaut werden darf. In eng besiedelten Regionen ist die überbaubare Grundstücksfläche jedoch durch das Wohnhaus oft schon maximal ausgenutzt.

Checkliste - An alles gedacht?

Es sind so viele Aspekte bei der Planung des eigenen Wintergartens zu berücksichtigen, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Eine umfangreiche Checkliste zu allen wichtigen Fragen stellt der Bundesverband Wintergarten e.V. online zur Verfügung. Diese kann bei der Bauplanung eine große Hilfe sein. Zur Checkliste

Der Auszug zum Thema Baugenehmigung fast alle wichtigen Aspekte noch einmal zusammen, die beachtet werden müssen:

  • Brauche ich Ausnahmegenehmigungen?
  • Soll Genehmigungsfreistellung beantragt werden?
  • Wie viel Quadratmeter des Grundstücks dürfen zusätzlich zur bestehenden Bebauung noch überbaut werden?
  • Ist eine Bauform vorgeschrieben (z.B. im Bebauungsplan oder der Gemeindeordnung)?
  • Welche Grenzabstände sind einzuhalten?
  • Gibt es Brandschutzauflagen zu beachten (z.B. Flucht- und Rettungswege, Rauchabzug)?
  • Ist eine Stellungnahme des Nachbarn erforderlich (hinsichtlich gem. Nachbarschaftsrecht)?
  • Ist eine Bauvoranfrage geplant?
  • Wer reicht die Bauunterlagen ein – der Architekt oder ein Wintergartenfachbetrieb?

Wenn all diese Fragen geklärt sind und die Genehmigung vorliegt, kann es mit dem Bau losgehen! Sie vermieden spätere Ärgernisse und können den neuen Wohnraum nach der Fertigstellung in vollen Zügen genießen.