Ihr Traum vom
eigenen Wintergarten

Es passiert nicht nur nachts - Wie Sie ihr Zuhause vor Einbruch schützen

Alle vier Minuten wird in Deutschland eingebrochen und das keineswegs immer nachts. Oft sind die Bewohner „nur kurz mal weg“, haben ein Fenster gekippt gelassen oder die Tür nur ins Schloss gezogen. Gerade in den Wintermonaten nutzen Diebe die früh einbrechende Dunkelheit als Schutz. Aus diesem Grund sollten Sie Fenster und Türen, vor allem bei oftmals nicht einsehbaren Wintergärten auf entsprechende Sicherheitsvorkehrungen hin überprüfen. Denn die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt weiter an.

Es passiert nicht nur nachts - Wie Sie ihr Zuhause vor Einbruch schützen

Einbrecher sind flink: In nur wenigen Sekunden hebeln sie mit einem einfachen Schraubenzieher Fenster und Türen auf - ohne diese erheblich zu beschädigen. In 80 Prozent der Einbrüche kommen die Täter so in Häuser und Wohnungen. Durch die Eingangstüren verschaffen sich die Einbrecher am zweithäufigsten Zutritt.

Tipp: Hausratversicherung zahlt bei Einbruch

Bei einem Einbruch greift bei Privatpersonen die Hausratversicherung und kommt für Schäden und Verluste auf. Als Richtwert für die Versicherungssumme empfehlen Versicherungsexperten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Wer jedoch viel Schmuck, Antiquitäten und andere Kostbarkeiten in seinem Haus aufbewahrt, sollte sich die Mühe machen und den tatsächlichen Wert des Hausrats ermitteln.

Wie die Polizei und auch die Versicherungswirtschaft festgestellt haben, sind Fenster und Türen bei Bestandsbauten oftmals noch aus den 70er Jahren. Und auch bei Neubauten sparen Bauherren leider oftmals an der falschen Stelle. Dabei lohnt sich die Investition in einen ausreichenden Einbruchschutz: Benötigen die Täter länger als fünf Minuten, um sich Zutritt zu einem Haus oder einer Wohnung zu verschaffen, brechen sie ihr Vorhaben in der Regel ab.

Zum Schutz von Ihrem Eigentum sollten Sie es also einem potentiellen Einbrecher so schwer wie möglich machen. Hier finden Sie eine Übersicht, welche Angriffspunkte an Ihrem Haus und vor allem am Wintergarten genauer geprüft werden sollten:

1. Glas

Wintergärten bestehen zu einem hohen Anteil aus Glas und werden oftmals nach hinten liegend angebaut. Ein guter Angriffspunkt also für Diebe, um ins Innere des Eigenheims zu gelangen. Einfaches Glas stellt für die Einbrecher kein großes Hindernis dar und lässt sich schnell und leise überwinden. Experten raten daher zu hochwertigem Sicherheitsglas. „Hier wird zwischen die Glasscheiben eine Folie eingearbeitet“, so Reimund Roscher, Metall- und Fensterbauer aus Kürten. „Diese verhindert, dass das Glas einfach zu Bruch geht.“

Auch nachträglich lassen sich Fenster mit einer transparenten Sicherheitsfolie ausstatten, die von Innen aufgeklebt wird. Aber auch sogenannte Glasbruchmelder können die Täter abschrecken. Diese lösen einen lauten Alarm aus, wenn Fenster- oder Türscheiben zu Bruch gehen.

2. Rahmenprofil

Reimund Roscher weiß durch seine Arbeit aber auch: „Einbrechern ist das Risiko zu hoch, sich am kaputten Glas zu verletzen.“ Denn mittels DNA können sie leicht als Täter überführt werden. Da sie außerdem versuchen, so leise wie möglich vorzugehen, greifen sie eher an den Rahmen von Fenstern und Türen an. Wie die Polizei rät auch Roscher daher zu Elementen der Widerstandsklasse RC 2. Diese werden nach DIN EN 1627 einer manuellen Einbruchprüfung unterzogen.

Info

Je höher die Widerstandsklasse ist, desto größer ist die einbruchhemmende Wirkung für Fenster und Türen. Die Widerstandsklassen („resistance classes“) reichen von RC 1 bis zu RC 6.

Fensterbauer Roscher hat außerdem die Erfahrung gemacht, dass Wintergärten, die aus Aluminium gefertigt sind, nur selten von Einbrechern als Angriffspunkt ausgewählt werden. „Aluminiumrahmen sind sehr stabil gearbeitet. Da verlieren die Täter zu viel Zeit.“ Anders sehe das aber bei Wintergärten aus Kunststoff oder Holz aus. „Gerade Holzrahmen lassen sich einfach, schnell und lautlos aufsägen.„

3. Mechanik

Die früher verwendeten Rollzapfenverschlüsse an Fenstern sind nicht mehr Stand der Technik und absolut kein Hindernis für Diebe. „Wer sein Zuhause vor Einbrecher schützen will, dem empfehle ich einen Sicherheitsbeschlag mit einer sogenannten Pilzkopfverriegelung an Fenstern und Türen“, so Roscher. Am stabilsten seien Beschläge aus Aluminium. Auf diese Weise werde das einfache Aufhebeln der Elemente verhindert. Rund 80 Euro koste solch ein Sicherheitsbeschlag.

Ist der Wintergarten bereits älter und besitzt noch keine Pilzkopfverriegelung, kann der Widerstand der Wintergartentür dadurch verstärkt werden, dass Sie einen EM3-Riegel montieren. Solch ein Riegel lässt sich an fast allen Fenstern und Türen anbringen.

4. Türschloss

Jede Tür kann nur so sicher sein wie ihr Schloss. Empfehlenswert sind Schlösser mit speziellen Zylindern, Schutzbeschlägen und Schließblechen. Diese bieten dem Werkzeug der Diebe weniger Angriffspunkte.

Einen zusätzlichen Schutz gegen Einbruch bieten abschließbare Fenster- und Türgriffe. Diese gibt es bereits ab 10 Euro zum Nachrüsten im Baumarkt. „Ich empfehle aber auch hier den Besuch beim Fachhändler“, sagt Reimund Roscher. „Mit rund 30 Euro sind die abschließbaren Griffe hier nicht wesentlich teurer, sind aber viel stabiler gearbeitet.“ Wichtig ist: Lassen Sie die Schlüssel niemals an den Griffen stecken! Die Einbrecher könnten sonst durch ein kleines Loch an die Schlüssel gelangen, um Fenster oder Türen zu öffnen.

5. Montage

Rahmenprofile und die Mechanik sowie Schlösser und das verwendete Glas können nur dann einen wirksamen Schutz vor Einbruch darstellen, wenn alles auch fachgerecht eingebaut wird. Die Passgenauigkeit entscheidet darüber, wie sicher Fenster und Türen tatsächlich sind. Die Polizeidienststellen bieten daher Listen mit zertifizierten Betrieben an, die einen fachgerechten Einbau garantieren.

Die Polizei rät außerdem dazu, Sicherheitsmaßnahmen sichtbar anzubringen. Einbrecher beobachten mögliche Objekte meist eine zeitlang und kundschaften Schutzvorkehrungen aus. Sichtbare Maßnahmen schrecken Diebe dagegen oftmals ab. Eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern, aber auch Zeitschaltuhren an den Rollläden, der Innenbeleuchtung oder am Radio können Ihre Anwesenheit vortäuschen. All das sind Maßnahmen, die sich schnell und mit geringen Kosten anbringen lassen.

Tipp: Netzwerk „Zuhause sicher“

Das Netzwerk Zuhause sicher ist eine Initiative der Polizei. Hier finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema Einbruchschutz.

Denn selbst so einfach zu installierenden Maßnahmen, können die Täter in die Flucht schlagen. Reimund Roscher weist aber auch darauf hin: „Wenn Sie zwar die Eingangstür und Fenster gegen Einbruch gesichert haben, das Kellerfenster aber ungesichert ist, werden die Täter mit Garantie da zuschlagen.“ Das Gesamtkonzept müsse eben stimmen.